Ein ganzes Koenigsschiff, unter einem Huegel begraben, voller Gold und Waffen – und ein Helm, der zum Gesicht einer ganzen Epoche wurde.
1939 oeffneten Archaeologen im Osten Englands einen unscheinbaren Grabhuegel – und fanden eine der grossartigsten Bestattungen des fruehen Mittelalters: Sutton Hoo.
Unter dem Huegel lag der Abdruck eines fast 27 Meter langen Schiffes. Das Holz war laengst vergangen, doch im Sand zeichneten sich Planken und Nieten ab. In der Mitte stand eine Grabkammer voller Schaetze – die Bestattung eines maechtigen Mannes, vermutlich eines Koenigs von East Anglia im fruehen 7. Jahrhundert.
Beruehmt wurde vor allem der Helm von Sutton Hoo mit seiner Gesichtsmaske und feinen Verzierungen – heute eine Ikone des British Museum. Dazu kamen Goldschnallen, ein Schwert, ein Schild und Silbergeschirr aus dem fernen Byzanz.
Der Fund zeigt eine Welt, die der des altenglischen Epos Beowulf verblueffend gleicht: Koenige, die ihre Gefolgsleute mit Gold belohnen, Schiffsbestattungen, Waffen von hohem Rang. Sutton Hoo ist damit eine Bruecke zwischen Dichtung und Wirklichkeit der germanischen Heldenzeit.
Das altenglische Beowulf-Epos findest du gemeinfrei verlinkt in unserer Bibliothek.