Odin ist kein gemuetlicher Himmelsvater. Er ist Wanderer, Kriegsgott, Dichter und Runenmeister – und bereit, fuer Wissen fast jeden Preis zu zahlen.
Odin (altnordisch Odinn) ist der Allvater der Asen – doch wer ihn fuer einen milden Himmelsgott haelt, irrt. Er ist Gott der Weisheit und der Dichtung, aber ebenso des Krieges, der Magie und des Todes. Listig, rastlos und unberechenbar zieht er als grauer Wanderer mit breitem Hut und Mantel durch die Welten.

Zwei Geschichten zeigen, wie weit Odin fuer Erkenntnis geht. Am Mimisbrunnen gab er ein Auge hin, um aus der Quelle der Weisheit zu trinken. Und um die Runen zu gewinnen, opferte er sich selbst: Neun Naechte hing er, vom Speer verwundet, am Weltenbaum.
„Ich weiss, dass ich hing am windigen Baum neun lange Naechte, vom Speer verwundet, dem Odin geweiht, mir selber ich selbst.“Havamal 138, Uebertragung nach Karl Simrock (gemeinfrei)
Auf Odins Schultern sitzen die Raben Hugin („Gedanke“) und Munin („Erinnerung“). Jeden Morgen fliegen sie aus und berichten ihm abends, was in der Welt geschieht. Zu seinen Fuessen liegen die Woelfe Geri und Freki, und er reitet das achtbeinige Ross Sleipnir, das schnellste aller Pferde. Sein Speer Gungnir verfehlt nie sein Ziel.
In seiner Halle Walhall sammelt Odin die im Kampf Gefallenen, die Einherjer, die er fuer die letzte Schlacht von Ragnaroek braucht. Noch heute traegt der Mittwoch in vielen Sprachen seinen Namen – englisch Wednesday geht auf Wodan's day zurueck.
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