Hier trafen Silber aus Bagdad, Pelze aus dem Norden und Glas aus dem Rheinland zusammen. Haithabu war das pulsierende Handelsherz des Nordens.
Wer die Wikinger nur als Krieger sieht, uebersieht ihre vielleicht groesste Leistung: den Handel. Sein Zentrum im Sueden des Nordens war Haithabu, an der schmalen Landenge zwischen Nord- und Ostsee gelegen – heute bei Schleswig.
Die Lage war ideal: Waren konnten ueber die kurze Landstrecke von einem Meer zum anderen gebracht werden, ohne die gefaehrliche Fahrt um Juetland. So wurde Haithabu zum Umschlagplatz fuer Gueter aus halb Europa und dem Orient.
Auf den Maerkten lagen Bernstein und Pelze aus dem Norden, Glas und Waffen aus dem Frankenreich, Seide und vor allem Silber aus dem arabischen Raum. Bezahlt wurde oft nach Gewicht: Man zerhackte Silbermuenzen und Schmuck zu Hacksilber und wog es auf kleinen Klappwaagen ab. Auch der Handel mit Sklaven gehoerte zur weniger glanzvollen Wahrheit dieser Welt.
In Haithabu draengten sich Werkstaetten von Kammmachern, Glasperlenblaesern, Schmieden und Bernsteinschleifern. Es war laut, eng und international – eine der ersten staedtischen Siedlungen Nordeuropas. Um 1066 wurde Haithabu endgueltig aufgegeben; seine Waelle sind bis heute zu sehen.
Das Wikinger Museum Haithabu und weitere Fundorte verlinken wir in unserer Bibliothek.